1892 wurde The Balvenie durch die Besitzer der Schwester-Destillerie Glenfiddich William Grant und Söhne erstellt. Der steigende Bedarf an Whisky bewog ihn zu dieser Entscheidung (ob der Brand, ...
... welcher 1891 bei The Glenlivet den ganzen Whiskyvorrat zerstörte, in die Überlegungen einbezogen wurde, darüber kann nur spekuliert werden). Die Balvenie-Destillerie wurde auf dem Firmengelände erstellt und hätte eigentlich ‚Glen Gordon' genannt werden sollen. Doch die Nähe zum Balvenie Castle war dann der Grund, dass einer der meist verkauften Single Malts nun ‚The Balvenie' heisst.
The Balvenie ist eine der vier letzten Brennereien, welche ihre Gerste noch selber anbauen und auf dem eigenen Mälzboden mälzen. Ca. 10% des Eigenbedarfs wird so noch gemäss altem Handwerk veredelt. Diese Hingabe an nur noch selten zu findende Handarbeit ist typisch für The Balvenie. Die Destillerie beschäftigt denn auch noch einen eigenen Kupferschmied, hat eine eigene Fassbinderei und mit David Stewart einen der legendärsten Malt Master. Sogar die Brennblasen haben mit ihrem spezifischen "Knubbel" am langen Hals den Begriff ‚Balvenie-Blase' gekürt.
David Stewart war es auch, der den Balvenie - als allererste Destillerie überhaupt - nach der Reifung im Bourbon-Fass (first- resp. second refill) noch einem so genannten ‚wood finish' unterzog, indem er den 10 bis 11 Jahre alten Whisky noch für 6 bis 12 Monate in Oloroso-Sherry-Fässer abfüllte.
The Balvenie ist heute eine der traditionellsten Brennereien überhaupt. Nicht nur das Handwerk rund um das Destillieren wird hier gross geschrieben, es gelingt ihr auch der perfekte Spagat zwischen grösstmöglichem Absatz und höchster Qualität, was uns stark beeindruckt hat. Dass der daraus entstehende Single Malt auch noch von so herrlicher Qualität ist, gibt allen Menschen, die auf urchigem Handwerk bestehen, Recht.